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Karmelitin werden ...

... beginnt mit der Sehnsucht ...

... und mit dem ersten Schritt auf eine Gemeinschaft von Schwestern hin. Gut zu wissen, dass Schwester-Werden ein begleiteter Weg ist: die Gemeinschaft der Nonnen gibt die Rahmenbedingungen vor, die Novizenmeisterin und die Priorin als die verantwortliche Leiterin der Gemeinschaft kümmern sich in besonderer Weise um die Heranführung und Ausbildung.

Schrittweise Annäherung

Wenn sich eine junge Frau für ein Leben in unserer Gemeinschaft interessiert, dann nimmt sie zuerst Kontakt mit der Priorin auf. Die Interessentin kommt zu Gesprächen ins Sprechzimmer und lernt bei einem oder mehreren Aufenthalten im Pfortenbereich und später dann auch innerhalb der Klausur die Gemeinschaft der Schwestern kennen – und die Schwestern die Interessentin.

Wechselseitiger Prozess

Der Eintritt in eine Ordensgemeinschaft ist der Beginn von folgenden Etappen:

  • Ein Jahr Postulat (Mitleben in der Klostergemeinschaft noch ohne Ordensgewand = Habit)
  • Nach dem Jahr Postulat die Einkleidung (= Überreichen des Habits, des Gürtels und des weißen Schleiers)
  • Beginn des zweijährigen Noviziates
  • Erste Profess für die Dauer von zwei Jahren
  • Zeitliche Profess für die Dauer von drei Jahren.

In diesen Jahren des Zusammenlebens wird sich zeigen, ob sich die Bewerberin am rechten Ort fühlt, ob sie innere Freude und Erfüllung im Ordensleben und Freude am Gebet findet. Gleichzeitig prüft auch die Gemeinschaft, ob dieser Weg der Novizin hilft, Gott in ihrem Leben immer mehr zu entdecken, ob sie geeignet ist für das Leben in der Klausur innerhalb der Schwesterngemeinschaft.

Entscheidungen treffen

Die Kandidatin für das Ordensleben übt sich in der Zeit der Ausbildung ein in den klösterlichen Lebensalltag, der von einem Wechsel aus Gebet und Arbeit, gemeinsamer Erholung und eigenen stillen Zeiten geprägt ist.
„155. Bei der Ausbildung der Novizinnen soll die Novizenmeisterin sehr bestrebt sein, sie mit der Regel des Karmel, den Konstitutionen, dem marianischen Geist und der von der hl. Mutter Teresa von Jesus erneuerten Lebensform im Karmel bekannt zu machen. Sie soll sie über Eigenart und Geist, Zielsetzung und Ordnung, Geschichte und Leben unseres Ordens sowie über unsere Heiligen informieren, [...].“
(„Regel und Konstitutionen der Unbeschuhten Karmelitinnen", S. 190)

Nach dem Ablauf der zeitlichen Gelübde auf drei Jahre ist die Zeit gekommen, die Entscheidung zu treffen.

„165. Nach Ablauf der Zeit ihrer einfachen Profess wird die Schwester zur feierlichen Profess zugelassen, sofern sie von sich aus schriftlich darum bittet, für geeignet erachtet wird und die vom Recht erforderten Bedingungen erfüllt; andernfalls muss sie den Orden verlassen.“
(„Regel und Konstitutionen der Unbeschuhten Karmelitinnen", S. 195)

Nonne sein und Nonne werden

Mit der Ablegung der feierlichen Profess auf Lebenszeit ist nichts „fertig": der Prozess der Weiterbildung nicht und auch nicht die Schwester. Eine gute Schwester wird man ein Leben lang. Im "Weg der Vollkommenheit", das Buch, das Teresa für ihre Schwestern als Hilfe für ihren geistlichen Weg geschrieben hat, kann man im Kapitel 56 lesen, das „von dem handelt, was der Herr schenkt, nachdem wir uns seinem Willen überlassen haben“:

„Je größer die Entschlossenheit ist, die die Seele hat – und nach und nach an ihren Werken zu erkennen ist, dass es nicht reine Anstandsfloskeln sind – umso näher führt sie Herr an sich heran und erhebt sie über alle unzulänglichen Dinge von hier und über sich selbst, um sie fähig zu machen, große Gnaden vom Herrn zu empfangen, der nie aufhört, ihr diesen Dienst in diesem Leben zu vergelten."
(Weg der Vollkommenheit 56,1)

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