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Beten?

Was heißt es zu beten, wie kann ich beten?

Interessieren Sie sich für das Beten? – Sie möchten gern wissen, wie das geht? Was brauchen Sie dazu? Grundausstattung: Sie selbst. Das ist alles. Und damit verbunden: ein waches Herz, das an sich selbst nicht genug hat, sondern auf der Suche ist nach Sinn, nach dem „mehr“, das es doch in jedem Leben geben muss …

Suche nach Sinn, Suche nach Gott

Die Suche nach dem Sinn des Lebens treibt an bei der Suche nach Gott. Es kann vielleicht äußerlich betrachtet alles in Ordnung sein in Ihrem Leben, dennoch „fehlt“ Ihnen etwas. Zu entdecken, dass einem etwas fehlt, ist eine wichtige Erkenntnis und schon der erste Schritt.

Daher: Spüren Sie Ihrem inneren Wunsch nach Erfüllung und Sinn nach. Das kann dauern; denn Defizite zu bemerken ist weder leicht noch schön. Zuzulassen, dass es da im Inneren ein Vakuum gibt, das nicht mit irgendwelchen materiellen Gütern zu füllen ist; ich kann noch so viel besitzen, mir erarbeitet haben und doch genügt das nicht. Nicht nur.

Wachsen im Glauben

Vielleicht konnten Sie in Ihrer Kindheit beten, es hat Sie jemand gelehrt mit Gebeten, die sich reimen, die man sich gut merken konnte. Das ist eine Hilfe. Und doch ist es irgendwann nicht mehr genug, denn der Geist nimmt zu, denkt ja viel weiter, ist mit einfachen Lösungen nicht mehr zufrieden. Aus diesem Grund muss man aber den Glauben nicht über Bord werfen. Ein Glaube, der in der Lage zu wachsen ist, fängt erst an, wenn man an Grenzen stößt, auf Fragen kommt, die man nicht beantworten kann.

„Du Gott ...“

Christliches Beten geht von der Voraussetzung aus: Da ist ein Gott, den ich ansprechen kann. Ich kann DU zu diesem Gott sagen. Ich kann auch nur „Du Gott …“ sagen. Ich kann vor Gott auch still verweilen. Ich muss auch nichts sagen. Vielleicht fasse ich mit der Zeit Vertrauen, dass Gott da ist und auf mich wartet. In Liebe wartet.

In Jesus Christus ist uns Gott „an-schaulich“ geworden. Im Lesen der Evangelien entdecke ich in Jesus einen Menschen, der so voll und erfüllt von Gott war, dass er zu Recht Gottes Sohn genannt wird. In Jesus ist Gott für mich und für Dich gekommen, er hat uns „Kunde gebracht“. (Joh 1,18)
Wenn ich beten möchte, beginne ich zu sprechen, vielleicht so:

Du, Gott ...

Jesus ...

Jesus, ich bin da vor dir.

Komm, heiliger Geist ...

Anfangen, die Seele nach Gott auszustrecken

Wer beten will, ja grundsätzlich wer betet, ist immer ein Anfänger. Das zu wissen ist gut und auch tröstlich. Als „Anfänger“ habe ich alle Narrenfreiheit, es geht nicht darum, Beten irgendwann so richtig gut zu können, sozusagen profimäßig, sondern die Beziehung zu Gott zu suchen und zu pflegen. Wie bei einer guten Freundschaft zu einem Menschen; ohne Pflege verkümmert sie.

Wer beten will, muss nur anfangen, seine Seele nach Gott auszustrecken. Wer Gott sucht, den hat Gott schon zuerst gesucht und gefunden, sagt der hl. Johannes vom Kreuz, ein großer Heiliger in der Familie des Karmel.

Wer beten will, muss sich nur trauen zu beginnen. Was sollte man denn falsch machen? Nichts kann man falsch machen. Es kommt darauf an, in seiner eigenen Sprache zu beten, zu seiner eigenen Sprache zu finden, eine Sprache des Vertrauens und der Freundschaft wird wachsen mit der Zeit. Das zu entdecken ist spannend.

Teresa von Ávila hat Gott als ihren guten Freund an ihrer Seite entdeckt. In ihren Schriften finden Sie viele Beispiele für ihre Erfahrungen mit Gott, wie Sie im Menüpunkt „Inneres Beten“ genauer nachlesen können.

Psalm 63

Machen Sie sich auf Ihre eigene Reise… Sie sind in bester Gesellschaft mit vielen Gottsuchern vor ihnen, die zum Beispiel so gebetet haben:

„Gott, du mein Gott, dich suche ich, meine Seele dürstet nach dir.

Nach dir schmachtet mein Leib wie dürres, lechzendes Land ohne Wasser.

Darum halte ich Ausschau nach dir im Heiligtum, um deine Macht und Herrlichkeit zu sehen.

Denn deine Huld ist besser als das Leben; darum preisen dich meine Lippen.

Ich will dich rühmen mein Leben lang, in deinem Namen die Hände erheben.

Wie an Fett und Mark wird satt meine Seele, mit jubelnden Lippen soll mein Mund dich preisen.

Ich denke an dich auf nächtlichem Lager und sinne über dich nach, wenn ich wache.

Ja, du wurdest meine Hilfe; jubeln kann ich im Schatten deiner Flügel.

Meine Seele hängt an dir, deine rechte Hand hält mich fest.“

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